Inhaltsverzeichnis
- Allgemeines zum Arbeitsrecht
- Arbeitsvertrag
- Kündigung & Kündigungsschutz
- Abmahnung
- Aufhebungsvertrag
- Arbeitszeit & Urlaub
- Krankheit & Entgeltfortzahlung
- Mutterschutz & Elternzeit
- Arbeitszeugnis
- Mobbing & Diskriminierung
- Kosten & Beratung
- Unterlagen & Zusammenarbeit mit dem Anwalt
1. Allgemeines zum Arbeitsrecht
Was versteht man unter Arbeitsrecht?
Das Arbeitsrecht regelt die Rechte und Pflichten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Es umfasst Themen wie Arbeitsvertrag, Kündigung, Lohn, Urlaub und Arbeitszeit.
Wann sollte ich einen Anwalt für Arbeitsrecht einschalten?
Spätestens bei einer Kündigung, Abmahnung oder Vertragsänderung sollten Sie rechtlichen Rat einholen – oft laufen wichtige Fristen von nur drei Wochen.
2. Arbeitsvertrag
Was muss im Arbeitsvertrag stehen?
Pflichtangaben sind u. a. Name und Anschrift beider Parteien, Beginn des Arbeitsverhältnisses, Arbeitsort, Tätigkeitsbeschreibung, Arbeitszeit, Vergütung und Kündigungsfristen.
Kann ein Arbeitsvertrag mündlich geschlossen werden?
Ja, aber aus Beweisgründen ist ein schriftlicher Vertrag dringend zu empfehlen. Der Arbeitgeber muss die wesentlichen Bedingungen schriftlich bestätigen (§ 2 NachwG).
3. Kündigung & Kündigungsschutz
Welche Kündigungsarten gibt es?
Man unterscheidet ordentliche, außerordentliche (fristlose) und Änderungskündigungen.
Bis wann muss ich Kündigungsschutzklage erheben?
Innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung (§ 4 KSchG). Danach gilt die Kündigung in der Regel als wirksam.
Habe ich Anspruch auf eine Abfindung?
Ein gesetzlicher Anspruch besteht meist nicht – oft wird eine Abfindung aber im Rahmen eines Vergleichs oder Aufhebungsvertrags verhandelt.
4. Abmahnung
Wann ist eine Abmahnung zulässig?
Wenn der Arbeitnehmer eine arbeitsvertragliche Pflicht verletzt hat, z. B. unentschuldigtes Fehlen oder Zuspätkommen.
Muss ich eine Abmahnung unterschreiben?
Nein. Ihre Unterschrift dient nur dem Nachweis, dass Sie sie erhalten haben – nicht, dass Sie den Inhalt anerkennen.
5. Aufhebungsvertrag
Was ist ein Aufhebungsvertrag?
Ein Aufhebungsvertrag beendet das Arbeitsverhältnis einvernehmlich. Er ersetzt eine Kündigung, ist aber sofort wirksam und kann eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld auslösen.
Worauf sollte ich achten, bevor ich unterschreibe?
Lassen Sie den Vertrag immer anwaltlich prüfen. Oft lassen sich bessere Konditionen, z. B. eine Abfindung oder ein gutes Zeugnis, verhandeln.
6. Arbeitszeit & Urlaub
Wie viele Stunden darf ich pro Tag arbeiten?
Nach dem Arbeitszeitgesetz sind maximal 8 Stunden täglich erlaubt, ausnahmsweise 10, wenn der Durchschnitt in 6 Monaten 8 Stunden nicht überschreitet.
Wie viel Urlaub steht mir zu?
Mindestens 24 Werktage pro Jahr (bei 6-Tage-Woche) bzw. 20 Arbeitstage (bei 5-Tage-Woche). Tarifverträge können mehr vorsehen.
7. Krankheit & Entgeltfortzahlung
Wann muss ich mich krankmelden?
Unverzüglich! Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung („gelber Schein“) muss spätestens am 4. Krankheitstag vorliegen – viele Arbeitgeber verlangen sie früher.
Wie lange bekomme ich Lohnfortzahlung?
Bis zu 6 Wochen bei derselben Krankheit, danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld.
8. Mutterschutz & Elternzeit
Wie lange gilt der Mutterschutz?
In der Regel 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt. Während dieser Zeit besteht ein Kündigungsverbot.
Wie lange dauert die Elternzeit?
Bis zu 3 Jahre, wobei bis zu 24 Monate auf die Zeit zwischen dem 3. und 8. Lebensjahr des Kindes übertragen werden können.
9. Arbeitszeugnis
Habe ich Anspruch auf ein Arbeitszeugnis?
Ja – sowohl bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses als auch auf Verlangen ein Zwischenzeugnis.
Was ist der Unterschied zwischen einfachem und qualifiziertem Zeugnis?
Das einfache Zeugnis enthält nur Art und Dauer der Tätigkeit, das qualifizierte zusätzlich eine Leistungs- und Verhaltensbewertung.
10. Mobbing & Diskriminierung
Was gilt als Mobbing am Arbeitsplatz?
Wiederholte, systematische Schikanen oder Ausgrenzungen, die die Würde oder Gesundheit eines Arbeitnehmers beeinträchtigen.
Wie kann ich mich wehren?
Dokumentieren Sie Vorfälle genau und suchen Sie juristische Unterstützung. Arbeitgeber sind nach dem AGG verpflichtet, Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
11. Kosten & Beratung
Wie läuft eine arbeitsrechtliche Erstberatung ab?
Sie schildern den Sachverhalt, wir prüfen die Rechtslage und zeigen mögliche Schritte auf – transparent und verständlich.
Wie hoch sind die Kosten?
Erstberatungen sind gesetzlich begrenzt (§ 34 RVG). In vielen Fällen übernimmt die Rechtsschutzversicherung die Kosten.
12. Unterlagen & Zusammenarbeit mit dem Anwalt
Welche Fall-Unterlagen braucht der Rechtsanwalt für das erste Gespräch?
Alles, was möglicherweise mit dem Fall zu tun hat: Arbeitsverträge, Vertragsergänzungen, Zusatzverträge (z. B. zu Dienstwagen), Lohnabrechnungen, Abmahnungen, Kündigungen, Korrespondenz mit Arbeitgeber oder Dritten (z. B. Krankenkasse, KVJS), Unterlagen zur Rechtsschutzversicherung und ggf. Schwerbehindertenausweise oder Gleichstellungsnachweise.
Tipp: Bringen Sie lieber zu viele als zu wenige Unterlagen mit – das spart Zeit und Missverständnisse.
Was muss ich tun, wenn ich im Verlauf eines Mandats neue Unterlagen bekomme?
Bitte leiten Sie diese Unterlagen umgehend an uns weiter – insbesondere, wenn Fristen darin gesetzt sind. Geben Sie solche Schreiben nie erst am letzten Tag der Frist ab!
Was soll ich tun, wenn ich glaube, dass mein Anwalt eine bestimmte Unterlage nicht braucht?
Überlassen Sie diese Entscheidung bitte immer Ihrem Anwalt. Wenn Sie selbst falsch entscheiden, kann das negative Folgen haben. Der Anwalt prüft, was relevant ist.
Was muss ich sonst noch tun, wenn ich als Arbeitnehmer im laufenden Mandat bin?
Überprüfen Sie regelmäßig, ob Lohnabrechnungen und Zahlungen korrekt erfolgen. Melden Sie uns unverzüglich, wenn Zahlungen fehlen oder unvollständig sind, und nennen Sie Datum und Betrag.
Was muss ich machen, wenn ich nach einer ersten Kündigung weitere Kündigungen erhalte?
Reichen Sie uns jede weitere Kündigung sofort weiter. Jede Kündigung muss separat geprüft und ggf. mit eigener Frist angegriffen werden.
Was kann ich tun, wenn ich mir eine arbeitsrechtliche Vertretung finanziell nicht leisten kann?
Sprechen Sie uns frühzeitig an. Wir prüfen die Möglichkeit von Beratungshilfe oder Prozesskostenhilfe. Wenn Sie zu lange zögern, können wichtige Fristen verstreichen.
Ich erwarte eine Kündigung – was sollte ich tun?
Kontrollieren Sie täglich Ihren Briefkasten auf Post vom Arbeitgeber. Kündigungen setzen Fristen in Gang, die nur berücksichtigt werden können, wenn Sie sie rechtzeitig vorlegen. Vermeiden Sie potenzielle Konflikte am Arbeitsplatz und lassen Sie sich frühzeitig beraten.
Ist es in Ordnung, wenn ich parallel selbst mit meinem Arbeitgeber kommuniziere?
Davon raten wir dringend ab! Alle rechtlichen Aussagen, Beweise oder Argumente sollten ausschließlich über Ihren Anwalt laufen. Viele Köche verderben den Brei – im Zweifel immer vorher Rücksprache halten!
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